Hi Alex, das Rätsel lüftet sich :lol2:
Und ich sag noch!
Ich bekomm die Woche noch total schräge Fische.
Und da geklingelt es auch schon an der Tür.
Korbi steht draußen, mit ner Tüte frische Fische :lol:
Also dann:
Die ersten sah ich vor fast 40 Jahren bei einem Schulfreund und fand sie schon damals ziemlich cool. Total schräg eben und sehr überlegt in allen bedächtigen Handlungen.
Daß ich sie jetzt erst bei mir auswildere ;-) liegt wohl daran, daß man sie doch recht selten zu Gesicht bekommt. Und wenn, dann war der Besatz im 540L Becken eben immer gerade vollzählig.
Seine Namen treffen den Nagel auf den Kopf.
1.)
Spitzmaul-Ziersalmler (Sein Maul gleicht schon fast einer Pinzette)
und so chirurgisch exakt geht er auch damit um.
MM für mm jedes Blattes, jeder Wurzel und usw. wird aus geringster Entfernung inspiziert. Entdeckt er dann ein Kleistlebewesen (Wovon es bei mir jede Menge gibt) dann wird sozusagen mit der Pinzette zugestochen.
Sein Zweitname (Volksmund) Schrägsteher bedarf bei den nachfolgenden Bilder keiner weiteren Erklärung.
Die Körperhaltung deutet auch schon den Lebensraum der mittleren und oberen Wasserschichte an.
2.)
Auch dieser Ziersalmler gehört zur Familie der Schlanksalmler (Lebiasinidae).
Alle 3 von mir bisher gehaltenen Ziersalmlerarten (Schlanksalmer) sind extrem friedlicher Fisch welche die Nähe der Artgenossen in den meisten Fällen schätzt.
Das Bedürfnis nach Nähe scheint mir beim Schrägsteher am ausgeprägtesten zu sein.
Einzig der besonders schön gefärbte Nannostomus beckfordi (Längsstreifenziersalmer) zeigt ein Kräftemessen unter den Männchen.
Das aber nur mit protzen und pralen und parallelem Flossenschlagen abgehalten wird, wobei nie ein Fisch zu schaden kommen könnte.
Artfremde Fische werden meist ignoriert, außer andere Schlanksalmer, mit denen man schon mal ne Runde im Becken dreht als wären es alte Freunde.
3.)
Geschlechtsunterschiede bestehen darin,
- daß die M schlanker sind (was ich bei meinen vollgefressenen M schon mal nicht bestätigen kann) Der dickste von meinen 10Stück ist eben ein M.
- außerdem sind die M etwas farbiger und
- die M weisen weiß-blaue Spitzen an den Bauch und der Afterflosse auf.
Dies ist aber bei weitem nicht so schön ausgeprägt wie bei meinem bisherigen Längsbandziersalmler (Nannostomus beckfordi).
4.)
Ihr Ursprung liegt laut Literatur in Südamerika: Aus den Seitenarmen des Amazonas. Der dortige Lebensraum scheint sich im stark bewachsenen und Verwurzelten Uferbereich zu befinden.
5.)
- Die Größe wird mit 5cm angegeben,
- die Idealtemperatur mit 24-28C° und
- die Wasserhärte zwischen 3-10.
- Auffallend ist auch daß sie bei mir die dunkleren Beckenbereich eher schätzen und gerne unter Schwimmpflanzen nach Kleinfutter suchen.
6.)
- trotz dem sehr winzig wirkendem Maul haben sie mir der Beutegröße weißer Mückenlarven kein Problem und können dabei auch mal richtig gas geben ;-)
- Trockenfutter hab ich noch nicht versucht.
Die Mückenlarven bewältigen sie sogar spielender als der M.beckfordi der eigentlich nicht so filigran wirkt.
6.)
Über die Zucht kann ich natürlich noch nichts sagen,
aber er ist wohl wie meine anderen schlanksalmer ein Freilaicher.
Beim M.beckfordi spielt sich das so ab, daß das W in ein Moospolster gelockt wird wo man ein einzelnes Ei ablegt und befruchtet.
Jedes Ei wir sofort kontrolliert befor ein weiteres abgesetzt wird.
Man vermutet, daß das dazu dient, daß wenn Fressfeinde die Eier sofort verspeisen, der Laichvorgang abgebrochen wird, um ihn an einer sichereren Stelle fortzusetzen.
Der N.beckfordi zeigte in meinem Becken sogar eine Brutpflege in dem er einige Tage keinen Fich in die unmittelbare Nahe des Moospolters lies.
Erst viele Wochen später tauchten dann irgendwo 12mm Jungfische auf, die aber bereits voll ausgefärbt wie Alttiere waren.
Weiteres in ein paar Wochen:
Jetzt noch ein paar erste Bilder von den leider noch sehr scheuen Tieren:
Robert